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Luftige Focaccia mit Kirschtomaten

Luftige Focaccia mit Kirschtomaten

  • 60 + Ruhezeit
  • Normal
  • 9 Zutaten

Erlebe die wahre Kunst der italienischen Bäckerei mit dieser herrlich aromatischen Focaccia. Dieses traditionelle Rezept beginnt mit einem sorgfältig zubereiteten Teig, der durch das sanfte Falten und eine lange Ruhezeit im Kühlschrank seine komplexe Textur und seinen Geschmack entwickelt. Nach dem Aufwachen aus seinem kalten Schlaf wird der Teig liebevoll mit Olivenöl massiert und dann kunstvoll mit halbgetrockneten Kirschtomaten, frischem Rosmarin und einer großzügigen Prise geräuchertem Maldon-Meersalz belegt. Gebacken, bis es perfekt goldbraun ist, präsentiert sich diese Focaccia als die perfekte Kombination aus knusprigem Rand und weichem, luftigem Inneren. Ein Muss für jedes Essen, das die Sinne belebt und den Geist erfreut. Ideal als Beilage oder als Hauptgericht für ein legeres Abendessen.

Zutaten

für 12 Stücke

Tippe auf eine Zutat, um sie abzuhaken.

Zubereitung

  1. Teig anrühren (Tag 1, 10 Minuten)

    Das Salz im Wasser auflösen, die Hälfte des Mehls zugeben und glatt rühren. Die Hefe hineinbröseln und auflösen, dann das restliche Mehl einarbeiten. Mit nassen Händen etwa 5 Minuten (Küchenmaschine: 2 Minuten) zu einem weichen, klebrigen Teig verkneten. Er ist bewusst sehr weich – kein zusätzliches Mehl einarbeiten.

  2. Falten statt kneten (2 Stunden)

    Den Teig mit etwas Olivenöl bestreichen und abgedeckt in der Schüssel ruhen lassen. Alle 30 Minuten falten, insgesamt viermal: Mit nassen Händen ein Teigende nach oben ziehen und über den Teig legen, die Schüssel drehen und das Ganze von allen vier Seiten wiederholen. Mit jedem Durchgang wird der Teig glatter und elastischer.

  3. Kalt reifen lassen (48 Stunden)

    Ein tiefes Backblech (ca. 30 × 40 cm) großzügig mit Olivenöl ausstreichen, den Teig hineinlegen, luftdicht abdecken und 48 Stunden in den Kühlschrank stellen. In dieser Zeit entwickelt er sein Aroma und die großen Poren.

  4. Akklimatisieren (2–3 Stunden)

    Den Teig am Backtag 2–3 Stunden vor dem Backen herausnehmen. Er ist bereit, wenn er sich fast bis in die Ecken ausgebreitet hat, Blasen zeigt und beim Rütteln der Form wackelt. Bei Bedarf mit geölten Händen sanft in die Ecken schieben.

  5. Belag vorbereiten

    Den Ofen auf 230 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Die halbgetrockneten Kirschtomaten gut abtropfen lassen, den Knoblauch in dünne Scheiben schneiden und Rosmarin und Oregano abzupfen.

  6. Mulden drücken

    Die Hälfte des übrigen Olivenöls auf den Teig gießen. Mit gespreizten, geölten Fingern bis zum Boden der Form drücken, sodass gleichmäßige Mulden entstehen – drücken, nicht ziehen, damit die Luft im Teig bleibt.

  7. Belegen

    Die Tomaten leicht in die Mulden drücken, Knoblauch und Kräuter verteilen, mit dem restlichen Olivenöl beträufeln und das Rauchsalz darüberstreuen.

  8. Goldbraun backen (30–40 Minuten)

    Auf der mittleren Schiene 30–40 Minuten backen, bis Oberfläche und Unterseite tief goldbraun sind. Wird die Oberfläche zu früh dunkel, nach 30 Minuten locker mit Alufolie abdecken.

  9. Abkühlen und schneiden

    Die Focaccia sofort aus der Form auf ein Gitter heben, damit der Boden knusprig bleibt. 10 Minuten abkühlen lassen und in 12 Stücke schneiden.

Tippe auf die Nummer, um einen Schritt abzuhaken.

Auf einen Blick

  • Aktive Arbeit: nur etwa 30 Minuten – den Rest erledigt die Zeit im Kühlschrank.
  • Das Geheimnis: 75 % Wasseranteil, viermal Falten und 48 Stunden kalte Gare sorgen für große Poren und tiefes Aroma.
  • Backzeit: 30–40 Minuten bei 230 °C Ober-/Unterhitze, bis die Oberfläche goldbraun ist.
  • Wenig Zeit? Die Focaccia gelingt auch nach 12 Stunden Kühlschrank oder mit etwas mehr Hefe am selben Tag.

Der Zeitplan für deine 48-Stunden-Focaccia

So könnte dein Ablauf aussehen, wenn die Focaccia am Samstagabend auf den Tisch soll:

WannSchrittDauer
Donnerstag, 18:00Teig anrühren und kneten10 Min.
18:30–20:004× falten, alle 30 Minutenje 1 Min.
20:00In die geölte Form, abdecken, ab in den Kühlschrank48 Std.
Samstag, 16:30Aus dem Kühlschrank nehmen, bei Raumtemperatur gehen lassen2–3 Std.
18:45Ofen vorheizen, belegen, Mulden drücken15 Min.
19:00Backen30–40 Min.

Der Teig ist flexibel: 24 bis 72 Stunden im Kühlschrank funktionieren ebenfalls. Je länger er ruht, desto aromatischer wird er.

Warum 48 Stunden im Kühlschrank?

Bei Kälte arbeitet die Hefe nur langsam. Dadurch haben Enzyme im Mehl Zeit, Stärke und Eiweiß aufzuspalten – es entstehen mehr Aromastoffe, eine leicht nussige Note und eine schön gebräunte Kruste. Gleichzeitig entwickelt der sehr weiche Teig ein stabiles Gerüst, das große, unregelmäßige Luftblasen halten kann. Deshalb reichen für ein ganzes Kilo Mehl schon 5 g frische Hefe.

So wird die Focaccia richtig luftig

  • Das richtige Mehl: Weizenmehl Type 550 oder italienisches Tipo 0 mit mindestens 11 % Eiweiß. Es bildet ein kräftiges Klebergerüst.
  • Nasse Hände statt Mehl: Der Teig mit 75 % Wasser ist bewusst klebrig. Beim Falten die Hände anfeuchten – zusätzliches Mehl macht die Focaccia dichter.
  • Geduld nach dem Kühlschrank: Der Teig ist bereit, wenn er sich fast bis in die Ecken der Form ausgebreitet hat, Blasen zeigt und beim Rütteln wackelt.
  • Sanft drücken: Die Mulden mit gespreizten, eingeölten Fingern bis zum Boden drücken, ohne den Teig zu dehnen oder zu zerreißen.
  • Großzügig Öl: Das Olivenöl in der Form frittiert den Boden regelrecht und sorgt für die typisch knusprige Unterseite. Ein fruchtiges Öl wie das Redoro Olivenöl Frutatto gibt zusätzlich Aroma.

Backzeit und Temperatur

Diese Teigmenge (ca. 1,8 kg) passt auf ein tiefes Backblech von etwa 30 × 40 cm. Backe die Focaccia bei 230 °C Ober-/Unterhitze für 30–40 Minuten auf der mittleren Schiene. Sie ist fertig, wenn die Oberfläche goldbraun ist und die Unterseite beim Anheben knusprig und gebräunt aussieht. Wird die Oberfläche zu schnell dunkel, nach 30 Minuten locker mit Alufolie abdecken.

Für eine kleinere Form (z. B. 20 × 30 cm) die Zutaten halbieren und die Backzeit auf 22–28 Minuten verkürzen. Nach dem Backen sofort aus der Form auf ein Gitter heben, damit der Boden nicht weich wird.

Focaccia am selben Tag backen

Keine 48 Stunden Zeit? Verwende 15 g frische Hefe (oder 5 g Trockenhefe) statt 5 g. Nach dem Falten den Teig direkt in die geölte Form geben und abgedeckt 1,5–2 Stunden bei Raumtemperatur gehen lassen, bis er deutlich aufgegangen ist und Blasen wirft. Dann wie beschrieben belegen und backen. Das Ergebnis ist etwas weniger aromatisch, aber trotzdem fluffig.

Beläge und Varianten

  • Klassisch: Rosmarin und grobes Meersalz. Das Maldon Smoked Salz aus dem Rezept bringt eine feine Rauchnote, die klassischen Maldon Meersalzflocken reinen Crunch.
  • Kartoffel-Rosmarin: hauchdünne Kartoffelscheiben mit Olivenöl und Rosmarin.
  • Oliven und rote Zwiebel: entsteinte Kalamata-Oliven und Zwiebelringe.
  • Knoblauch-Confit: Knoblauchzehen 30 Minuten in Olivenöl sanft garen, dann samt Öl auf die Focaccia geben.
  • Orientalisch: vor dem Backen Za’atar oder Sesam aufstreuen und mit Hummus servieren.

Aufbewahren und aufbacken

Am Backtag schmeckt Focaccia am besten. Reste in ein Küchentuch oder eine Papiertüte wickeln – in Plastik wird die Kruste weich. Nach 1–2 Tagen bei 200 °C für 5–7 Minuten aufbacken. Focaccia lässt sich in Stücken bis zu 3 Monate einfrieren und direkt aus dem Gefrierfach im Ofen aufbacken.

Häufige Fragen

Warum ist meine Focaccia nicht luftig geworden?

Häufige Gründe: Der Teig war nach dem Kühlschrank noch zu kalt und nicht ausreichend aufgegangen, beim Falten wurde zu viel Mehl eingearbeitet, oder die Mulden wurden zu kräftig gedrückt. Lass den Teig so lange akklimatisieren, bis er sichtbar Blasen wirft.

Kann ich Trockenhefe statt frischer Hefe verwenden?

Ja. Als Faustregel entsprechen 3 g frische Hefe etwa 1 g Trockenhefe. Für dieses Rezept reichen also knapp 2 g Trockenhefe.

Kann ich den Teig länger als 48 Stunden im Kühlschrank lassen?

Bis zu 72 Stunden sind in der Regel kein Problem. Danach kann der Teig säuerlich werden und an Spannung verlieren.

Brauche ich eine Küchenmaschine?

Nein. Der Teig wird nur kurz verknetet. Das Gerüst entsteht durch das Falten und die lange Ruhezeit – ganz ohne Maschine.

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