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Illustration: Dunkle Flasche geröstetes Sesamöl vor einer orangen Sonne, daneben ein Schälchen Sesam, Nudeln und fallende Sesamkörner

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Geröstetes Sesamöl: Verwendung, Dosierung und Unterschied zu normalem Sesamöl

  • 7 Min. Lesezeit

Geröstetes Sesamöl richtig nutzen: Unterschied zu kaltgepresstem Öl, Anbraten ja oder nein, Dosierung pro Gericht und Lagerung nach dem Öffnen.

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Die kurze Antwort

Geröstetes Sesamöl ist ein Würzöl, kein Bratöl. Die Saat wird vor dem Pressen geröstet, daher kommen die dunkle Farbe und der kräftige Nussduft. Rechne mit ½ TL pro Portion und gib das Öl nach dem Garen dazu, wenn die Pfanne vom Herd ist. Zum scharfen Anbraten nimmst du ein raffiniertes Bratöl. Bei mittlerer Hitze geht es kurz, das Aroma leidet aber. Nach dem Öffnen steht die Flasche kühl, dunkel und gut verschlossen und ist am besten innerhalb von zwei Monaten leer.

Ein Teelöffel zu viel, und das ganze Gericht schmeckt nach Sesam. Ein Teelöffel zur falschen Zeit in die heiße Pfanne, und vom Duft bleibt wenig übrig. Bei diesem Öl entscheiden Menge und Zeitpunkt.

Dazu kommt ein Missverständnis: „Geröstet“ und „kaltgepresst“ sind kein Gegensatz. Hier liest du, was die Begriffe wirklich bedeuten, wie viel Hitze das Öl verträgt und wie viel du pro Gericht brauchst.

Geröstet, kaltgepresst, raffiniert: der Unterschied

Die drei Wörter beschreiben drei verschiedene Schritte:

  • Rösten passiert vor dem Pressen. Die Saat wird erhitzt, das Öl wird dunkel und aromatisch.
  • Kaltpressen heißt, das Öl wird rein mechanisch gewonnen, ohne dass beim Pressen Wärme zugeführt wird.
  • Raffinieren passiert nach dem Pressen. Das Öl wird weitgehend geruchs- und geschmacksneutral.

Ein Öl kann also beides sein, geröstet und kaltgepresst. Genau das gilt für das Clearspring Japanese Toasted Sesame Oil: 100 % Sesamöl, die Saat wird laut Hersteller geröstet und anschließend kalt gepresst. Der Begriff „nativ“ passt dagegen nicht zu geröstetem Öl, denn er setzt voraus, dass vorher nicht geröstet wurde. Ungeröstetes Sesamöl führen wir derzeit nicht.

Drei Sesamöle im Vergleich
MerkmalGeröstetUngeröstet, kaltgepresstUngeröstet, raffiniert
Farbedunkel, bernsteinfarbenhell, gelblichhell
Duft und Geschmackintensiv, nussig, geröstetmild, weitgehend neutralweitgehend neutral
Rolle in der KücheWürzölSalatöl, mildes KochölBratöl
Mengetropfen- bis teelöffelweisewie anderes Salatölwie anderes Bratöl
Erhitzenam besten erst nach dem Garennur sanftzum Braten geeignet

Ein 1:1-Tausch funktioniert deshalb nicht: Ungeröstetem Öl fehlt das Röstaroma, das dein Rezept erwartet.

So liest du das Etikett

  • „Geröstet“, „toasted“, „roasted“: Würzöl. Das Rösten muss angegeben werden.
  • „Kaltgepresst“ oder „nativ“ ohne Hinweis aufs Rösten: helles, mildes Öl.
  • Kein Hinweis auf die Pressung: Du kannst davon ausgehen, dass das Öl raffiniert ist.
  • Zutatenliste: Steht dort nur Sesamöl, oder ist es ein Mischöl mit weniger Aroma?

Kann man mit geröstetem Sesamöl anbraten?

Zum scharfen Anbraten: nein. Zum sanften Anschwitzen: ja, es lohnt sich aber kaum. Verboten ist Hitze nicht. Das Öl ist nur für etwas anderes gemacht.

Geröstetes Sesamöl und Hitze
SituationGeeignet?Besser so
Frittieren, Steak, Wok auf voller Flammeneinraffiniertes Bratöl, Sesamöl erst danach
Normales Anbraten von Gemüse, Tofu oder Hähncheneher neinmit raffiniertem Öl braten, nach dem Garen 1 TL zugeben
Knoblauch und Ingwer bei mittlerer Hitze, 1 bis 2 Minutengeht1 TL Sesamöl mit 1 EL neutralem Öl mischen
Nach dem Garen, Pfanne vom Herdjahier entfaltet es den meisten Duft
Kalt in Dressing, Dip oder Marinadejasparsam dosieren

Warum das so ist: Unraffinierte Öle rauchen früher als raffinierte. Ideal sind beim Braten 130 bis 140 °C, in einer heißen Pfanne werden es aber schnell bis zu 180 °C. Für Bratöl gilt deshalb ein Rauchpunkt von mindestens 180 °C als Richtschnur. Für geröstetes Sesamöl kursieren Werte um 175 °C. Das ist nur ein Richtwert ohne amtliche Grundlage, weil Röstgrad und Charge ihn verändern. Er zeigt aber: Für die heiße Pfanne bleibt kein Spielraum.

Dazu kommt das Aroma: Die Röstnoten sind der Sinn dieses Öls, und längeres Erhitzen schwächt sie. Mehr zum Thema raffiniert oder nicht liest du in Nicht jedes Olivenöl ist gleich.

Dosierung: wie viel pro Gericht?

Die Faustregel lautet ½ TL pro Portion. Probiere danach und gib lieber noch ein paar Tropfen dazu.

Startmengen für geröstetes Sesamöl (Richtwerte)
GerichtBezugsgrößeMengeWann
Ramen oder Nudelsuppe1 Schale½ TLauf die fertige Suppe
Wok-Gemüse2 Portionen1 TLvom Herd, durchschwenken
Gebratener Reis4 Portionen2 TLvom Herd, unterheben
Salatdressing4 Portionen2 TLkalt, mit neutralem Öl gemischt
Gurkensalat2 Salatgurken2 TLim Dressing
Kalte Nudeln200 g trocken2 TLnach dem Abkühlen
Dip für Teigtaschen3 EL Dip½ TLkalt einrühren
Marinade500 g Tofu oder Hähnchen2 TLmit den übrigen Zutaten
Blanchierter Spinat300 g1 TLnoch warm untermischen
Kürbis- oder Möhrensuppe1 Teller¼ TLauf den Teller, nicht einrühren

Vier Mischungen zum Merken

  • Asia-Dressing für 4 Portionen: 2 EL Reisessig, 1 EL Sojasauce, 2 TL Sesamöl, 1 TL Honig und 3 EL neutrales Öl. Der Clearspring Reisessig hat 4,4 % Säure. Weitere Ideen stehen in Reisessig verwenden und Bowl-Dressing selber machen.
  • Dip für Teigtaschen: 2 EL Clearspring Soya Sauce, 1 EL Reisessig, ½ TL Sesamöl und ½ TL Zucker. Mehr Varianten findest du in Füllungen und Dips für Sommerrollen.
  • Schnelle Hoisin-Sauce: 1 TL Sesamöl kommt zum Schluss in unsere Hoisin-Sauce zum Selbermachen.
  • Gurkensalat für 4 Portionen: 2 Salatgurken in Stücke schneiden, mit ¾ TL Salz 15 Minuten ziehen lassen und abgießen. 2 EL Reisessig, 1 EL Sojasauce, 2 TL Sesamöl, 1 TL Zucker und 1 geriebene Knoblauchzehe unterheben.
  • Kalte Soba für 2 Portionen: 200 g Clearspring Soba aus 100 % Buchweizenmehl nach Packungsangabe kochen und kalt abspülen. Mit 2 EL Sojasauce, 1 EL Reisessig, 1 EL Wasser und 2 TL Sesamöl mischen.

Finish-Ideen: wenige Tropfen, viel Wirkung

  • Spiegelei auf Reis: ½ TL Sesamöl und 1 TL Sojasauce über das heiße Ei. Schärfer wird es mit etwas Chili Crisp.
  • Hummus: 5 Tropfen auf Mezete Hummus natur, der schon 24 % Sesampaste enthält.
  • Burger oder Pommes: ½ TL in 3 EL Mayonnaise rühren.
  • Popcorn: 1 TL Sesamöl in 1 EL geschmolzener Butter, dazu eine Prise Salz.
  • Vanilleeis: 3 Tropfen und etwas Flockensalz. Hier treffen süß, salzig und nussig aufeinander.

Lagerung nach dem Öffnen

Für kaltgepresste Öle gilt: am besten innerhalb von zwei Monaten aufbrauchen. Das ist die strengere Lesart für dieses Öl, die Angabe auf der Flasche geht vor. Die Flasche mit 150 ml enthält rund 30 TL. In zwei Monaten sind das 3 bis 4 TL pro Woche oder rund 60 Portionen zu je ½ TL.

  • Öffnungsdatum auf die Flasche schreiben
  • Dunkel und kühl stellen, nicht neben den Herd
  • Nach jedem Gebrauch fest verschließen
  • Kühlschrank ist möglich: Flocken oder Trübung verschwinden bei Raumtemperatur wieder
  • Vor Gebrauch riechen: Riecht das Öl ranzig, entsorgst du es

Wenn kein geröstetes Sesamöl da ist

Für 1 TL Sesamöl röstest du 1 EL Sesam 2 Minuten in einer trockenen Pfanne, zerstößt ihn im Mörser und verrührst ihn mit 1 EL neutralem Öl. Das ergibt einen schnellen Ersatz für Dressing und Dip, den du sofort verbrauchst. Nimm dafür 1 EL vom übrigen Öl im Rezept weg. Ein Pressöl wird daraus nicht. Im Dressing funktioniert auch 1 TL Tahin mit 1 TL neutralem Öl, das Ergebnis ist dann cremiger. Sesamöl und andere Asia-Zutaten findest du unter Asia-Saucen und Öle.

Häufige Fragen

Für was nimmt man geröstetes Sesamöl?

Zum Würzen am Ende: über Nudeln, Reis, Suppe und Wok-Gemüse sowie kalt in Dressings, Dips und Marinaden.

Kann man mit geröstetem Sesamöl anbraten?

Zum scharfen Anbraten nicht. Bei mittlerer Hitze kannst du es kurz einsetzen, am besten gemischt mit neutralem Öl. Mehr Aroma bekommst du, wenn du es erst nach dem Garen zugibst.

Was ist der Unterschied zwischen Sesamöl und geröstetem Sesamöl?

Für geröstetes Öl wird die Saat vor dem Pressen geröstet. Es ist dunkel und intensiv. Ungeröstetes Öl ist hell und weitgehend neutral.

Geröstetes oder normales Sesamöl: Was soll ich kaufen?

Geht es um den typischen Asia-Duft, brauchst du geröstetes Öl. Suchst du ein mildes Salatöl, nimm ungeröstetes. Zum Braten eignet sich raffiniertes Öl besser.

Muss geröstetes Sesamöl in den Kühlschrank?

Nein, dunkel und kühl genügt. Im Kühlschrank kann das Öl flocken, das verschwindet bei Raumtemperatur wieder.

Kann ich geröstetes Sesamöl selber machen?

Pressen lässt es sich zu Hause nicht. Für ein Dressing reicht die Mischung aus gerösteten, gemörserten Sesamsamen und neutralem Öl, die du sofort verbrauchst.

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